Hoffnung

Zum Thema Hoffnung gibt es ja eine handvoll gut bekannter Plattitüden, aber Hoffnung war durchaus das durchgängige Thema bei der diesjährigen Berliner Meisterschaft der Schwertzugvögel. Bei den zunächst schwachen Meldezahlen war die Zuversicht auf genug Teilnehmer eher gering und die Hoffnung die einzig verbleibende Gemütslage. Viele Telefonate, Kurznachrichten und E-Mails später aber waren es am Ende dann doch zehn Boote und damit die für eine Meisterschaft minimal notwendige Anzahl  erreicht.

Der Samstag begann mit (zu) wenig Wind und einer Startverschiebung an Land, aber die Wetterlage machte ein wenig Hoffnung auf mehr davon. Und tatsächlich reichte es gegen 12 Uhr dann für eine erste Wettfahrt bei „durchwachsenen“ Bedingungen, die das Feld von der Insel Imchen kreuzend in den Wannsee hinein führte. Hoffnung machten schon in diesem Rennen auch die Platzierungen einzelner Boote, die über sich selbst hinaus zu wachsen schienen.

Obgleich der Wetterbericht wenig Hoffnung auf bessere Bedingungen zum Nachmittag machte, wehte urplötzlich vor der nächsten Wettfahrt ein deutlich stabilerer und vor allem kühlerer Wind von der Pfaueninsel her, der das Wettfahrtteam nach kurzer Bedenkzeit einen neuen Kurs in eben diese Richtung auslegen ließ. Obgleich der zweite Lauf deutlich schneller absolviert wurde, reichte es nicht mehr für den an diesem Tag geplanten dritten und somit mussten alle Beteiligten auf den Sonntag für die noch zu segelnden drei Wettfahrten hoffen.

Die abendliche Verpflegung der Teilnehmer wurde ausnahmslos in Eigenregie des Vereins organisiert, angefangen mit leckeren zu Hause zubereiteten Salaten und genug Grillgut für alle. In Eigenregie ging es am Sonntag früh dann in der Küche weiter, in der Mitglieder des DBYC ein ordentliches englisches Frühstück für die Teilnehmer und Helfer auf den Tisch brachten. Dieses Engagement und die dabei offenkundige Freude daran machen viel Hoffnung auf weitere solche Erlebnisse zumindest bei Regatten.

Die Hoffnung auf besseren stabileren Wind am Sonntag erwies sich dann auf dem Wasser als berechtigt und erlaubte in der dafür geplanten Zeit gerade so noch drei schöne knackige Wettfahrten bei stabilem Westwind.

Nachdem Philip mit seinem Vorschoter Oscarrr gleich im ersten Rennen mit Materialproblemen aufgeben mussten, keimte danach mit zwei Siegen doch tatsächlich Hoffnung auf, dass sie dem Seriensieger Henry noch gefährlich werden konnten. Am Ende war es dann aber doch ein weiterer souveräner Sieg für diesen mit drei Punkten Vorsprung.

Von dieser Regatta verbleibt die Erkenntnis, dass mit dem Einsatz weniger ein großartiges Erlebnis für viele möglich ist.